Umfahrung Schäftlarn

Aktuelles

Pressemitteilung dreier Umweltschutzverbände

Die Pressemitteilung vom BUND Naturschutz, dem Landesbund für Vogelschutz und dem Isartalverein zum Thema „Ortsumfahrung Hohenschäftlarn“ können Sie hier herunterladen.

Wer sich den Naturschutzverbänden anschließen will und gegen beide Varianten ist, kann dies nur eingeschränkt im Bürgerentscheid wählen.
Hier die Information der Gemeinde: Die Stichfrage ist immer ein JA und kein NEIN. Möchte der Wähler keine der beiden Varianten, wäre es trotzdem sinnvoll, sich bei der Stichfrage für eines zu entscheiden, denn eine Variante wird kommen, eine Nullvariante wird es nicht geben. Wenn die Stichfrage unbeantwortet bleibt, wird Sie als ungültig gewertet und die anderen Wähler entscheiden!!!! Es sollten die Wähler die beide Varianten nicht möchten, sich trotzdem bei der Stichfrage für das für sie „geringere Übel“ entscheiden!

 

„Alternative Fakten“

Derzeit wird in der Presse sowie von Bürgermeister und Gemeindeverwaltung großer Anstoß an diesem Bild genommen. Es wird von Täuschung und Irreführung gesprochen, Betrugsvorwürfe erhoben u.v.a.m.

Variante B - Brücke Stadtweg/S-Bahn
Visualisierung des Damm zur S-Bahn-Überführung mit Brücke über den Stadtweg

 

Dieses Bild ist lediglich das, was wir aus den Lageplänen abgeleitet haben, die inzwischen auf der Internetseite der Gemeinde verfügbar sind. Dass unsere Interpretation nicht dem entspricht, was scheinbar Bürgermeister und Planern vorschwebt, liegt ganz einfach daran, dass diese Pläne nicht realistisch, bzw. unvollständig sind.

Die Umgehungsstraße soll laut Herrn Dr. Ruhdorfer an dieser Stelle nur ca. 1,4 Meter über dem aktuellen Geländeniveau verlaufen. Diese Information ist aus dem veröffentlichten Lageplan nicht herauszulesen. Zu finden ist die Information ausschließlich im Höhenplan, der nur auf Anfrage als Ausdruck in der Gemeinde einsehbar ist.
Bei besagter Unterführung besteht ein Widerspruch zwischen Lageplan und Höhenplan – näheres dazu finden sie unten.

Wer wissen will, was es bedeutet, eine Straße tiefer zu legen, um unter einer Umgehungsstraße durch zu kommen, kann sich die Unterführung bei Oberbrunn anschauen. Die Entscheidung, ob diese Variante so viel vorteilhafter ist als unsere Visualisierung, überlassen wir Ihnen…

Unterführung bei Oberbrunn

 

Wie wir zu unserer Visualisierung kamen:

Im verfügbaren Lageplan sind keine Böschungen für den Stadtweg vorgesehen, so dass dessen Niveau eigentlich unverändert bleiben müsste.
Unter der Umgehungsstraße ist aber eine Unterführung für den Stadtweg mit einer Durchfahrtshöhe von 4,5 Metern vorgesehen.

Somit wäre dies die „richtige“ Visualisierung:

Visualisierung: Widerspruch Lageplan – Dammhöhe

Dass diese so nicht realisierbar ist, sollte jedem einleuchten.

 

Um die Unterführung dennoch zu visualisieren bleiben zwei Möglichkeiten:

  1. Den Stadtweg um etwa 3,5m bis 4m tiefer zu legen mit den entsprechenden Böschungen.
  2. Die Umgehungsstraße so hoch legen, dass die geplante Unterführung darunter passt.

Während die zweite (von uns gewählte) Möglichkeit der Lageplanung weitgehend entspricht, ist die erste aufgrund der fehlenden Böschungen am Stadtweg nicht mit dem Lageplan vereinbar (siehe folgender Ausschnitt).

 

Planauszug Unterführung Stadtweg und S-Bahn (die Beschriftung für Bauwerk 04 wurde in den Bildausschnitt geschoben)

 

Weitere Faktoren, die für unsere Visualisierung sprechen sind:

Planauszug: Breite der Böschungen der Umgehungsstraße am Stadtweg
  1. Die Breite der im Plan eingezeichneten Dammböschungen auf jeder Seite der Umgehungsstraße entspricht in etwa der Fahrbahnbreite (üblicherweise 8m). Bei einem üblichen Böschungswinkel von 1:1,5 entspricht dies etwa einer Dammhöhe von 5,30m.
  2. Der Stadtweg weist von dieser Stelle zum Ort hin ohnehin schon eine starke Steigung auf. Eine Tieferlegung nur unmittelbar bei der Umgehungsstraße würde diese Steigung nochmals erhöhen. Es erscheint fraglich, ob der Weg dann noch seinen Zweck erfüllen kann.
    Um die Steigung auf ein vernünftiges Maß zu begrenzen müsste der Stadtweg auf einer sehr langen Strecke tiefer gelegt werden.
  3. Die Umgehungsstraße muss zur S-Bahn hin zusätzlich zum vorhandenen Anstieg des Geländes auf das Niveau der notwendigen Brücke über die S-Bahn (Durchfahrtshöhe mindestens 5,40m) ansteigen. Eine unübersichtliche Kuppe wäre sehr gefährlich bei dieser Straße, auf der voraussichtlich 90 oder 100 km/h erlaubt sein werden.
    Da bei der Bahn die Fahrdrahthöhe im Regelfall 5,50m beträgt und wie wir von der Brücke in Ebenhausen wissen, eine Abweichung davon wohl nicht durchsetzbar ist, muss davon ausgegangen werden, dass die lichte Höhe der S-Bahn-Überführung gegenüber der Vorplanung noch deutlich nach oben korrigiert werden muss (5,50m Fahrdraht + Tragseil + Sicherheitsabstand zum Bauwerk).

 

Laut kürzlicher Äußerung von Herrn Dr. Ruhdorfer sind Feld- und Waldwege nicht Bestandteil der Planungen in der Voruntersuchung. Diese recht grundsätzliche Aussage betrifft offensichtlich ausschließlich den Stadtweg. Bei der Schorner Str. wurde die Überführung ziemlich detailreich geplant – bei Variante B und auch im Wald bei Variante Bi.
Wir hätten im Plan zumindest einen Hinweis erwartet, wie z.B. : „Die Feld-, Plan-, Nebenwege sind in diesem Lageplan mit Ausnahme der Schorner Straße noch nicht richtig dargestellt“.

 

Statt die eine unserer Visualisierungen derart zu „zerlegen“, wäre es doch viel sinnvoller gewesen, auch die Höhenpläne ins Internet zu stellen und darzustellen, wie sich die Planer die Unterführung gedacht haben.
Falls tatsächlich noch keine Planungen in dieser Richtung existieren sollten, darf man auch nicht behaupten, dass unsere Visualisierung falsch ist. Die oben aufgeführten Konflikte zwischen den Plänen und der Realität können durchaus noch dazu führen, dass die Planung im Endeffekt den selben Weg wie unsere Visualisierung einschlägt.
Falls hier doch schon eine Planung existiert, soll diese doch bitte veröffentlicht werden.

 

Update 05.05.2019: Der vollständigkeit halber haben wir versucht, die Angaben aus Lage- und Höhenplanung in eine Visualisierung zu gießen. Das Ergebnis sehen Sie hier (ohne Gewähr):

Visualisierung der Unterführung Stadtweg unter Einbezug der Höhenplanung

 

 

Uns wundert, dass genau um die ursprüngliche Visualisierung des Stadtwegs so viel Aufhebens gemacht wird.
Wie hoch der Damm im Endeffekt wird, ändert nichts daran, dass die Variante B unsere Flur zerschneidet bzw. unbenutzbar macht und die Lebensqualität im nordlichen und nordöstlichen Teil Hohenschäftlarns drastisch mindert (z.B. durch die Schallemissionen) – das ist das wirkliche Problem. Das endgültige Aussehen der Bauwerke und Dämme ändern daran leider überhaupt nichts. Im Gegenteil, die gemäß Höhenplan erforderliche Absenkung des Stadtweges um 3,5m – 4m zerschneidet die Flur nocheinmal gravierend in Nord-Süd-Richtung.

Im Übrigen bleiben die hohen Aufböschungen der Trasse für die S-Bahüberführung und der Schorner Straße (5m – 6m) ohnehin als Monumente der Flurzerstörung bestehen.

Scheinbar wird durch das Schreien von „Fake News“ hier nur versucht von den wesentlichen Dingen abzulenken.

 

 

Bauwerk Schorner Straße

Planausschnitt Überführung Schorner Str. mit Ausschnitt der Legende

Der Vollständigkeit halber muss angemerkt werden, dass unsere Visualisierung der Überführung an der Schorner Straße nicht ganz der Lageplanung entspricht. Hier haben wir die Umgehungsstraße unter das Niveau des umgebenden Geländes versenkt, obwohl der Lageplan an dieser Stelle eine Dammböschung vorsieht.
In einer korrekten Visualisierung würde die Straße über dem Niveau des Feldes liegen und die Überführung wäre ebenfalls um diese Differenz höher.

Variante B - Brücke Schorner Straße
Überführung der Schorner Straße über die Umfahrung Variante B

 

Die Planausschnitte auf dieser Seite sind aus dem auf der Internetseite der Gemeinde Schäftlarn verfügbaren Lageplan entnommen.

 

 

Realisierbarkeit

Es wird ständig behauptet, die Variante BI wäre nicht realisierbar. Als Beleg für diese Behauptung wird immer wieder der „Bannwald“ und der „regionale Grünzug“ genannt. Diese Schlagworte sind in Anbetracht der Entwicklungen in der Umgebung aber alles andere als stichhaltig.

Am geplanten „asto ECOPARK Gauting“ kann man das sehr gut sehen:

Trotz dieser Hindernisse, die offensichtlich noch gravierender sind als bei der Variante Bi, wird das Projekt weiter verfolgt und von fehlender Genehmigungsfähigkeit aufgrund von Bannwald und regionalem Grünzug ist keine Rede.